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Digitale Bildung und Inklusion: das Projekt SAID

Das Erasmus+ Projekt "School Assistance Inclusive and Digital" (SAID) zielt darauf ab, die digitalen Kompetenzen von Menschen mit Behinderungen und Lernschwierigkeiten zu fördern. Es wird vom Verein atempo geleitet und in Zusammenarbeit mit der Universität Graz, dem St. John of God Community Service Ireland und TRYcamps Language School Ltd Finland durchgeführt.

Seit  2018 bildet atempo Menschen mit Behinderungen und Lernschwierigkeiten im Rahmen des Projekts „Schulassistenz für digitale Bildung" als Schulassistentinnen und Schulassistenten in der digitalen Bildung (DigiCoaches) aus. Die DigiCoaches arbeiteten zunächst in Workshops mit Schülerinnen und Schülern sowie Lehrenden zusammen. Der Verein kooperierte dabei mit Partnerinnen und Partnern aus verschiedenen europäischen Ländern. Nach diesen Workshops wurden die DigiCoaches fest an fünf Grundschulen in Graz (Österreich) eingestellt. Die DigiCoaches unterstützen dort die Schülerinnen und Schülern im Erwerb digitaler Fähigkeiten, welche Teil des österreichischen Lehrplans für Volksschulen sind.

Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus diesem Pilotprojekt in Graz werden im Rahmen des SAID-Projekts genutzt, um Lehrpläne, Trainingsmaterialien und Handbücher zu entwickeln, die als Grundlage für die Ausbildung von DigiCoaches dienen. Diese werden dann in den Partnerländern des SAID-Projekts – also Österreich, Finnland und Irland – eingesetzt. Ziel ist es, die Zusammenarbeit mit den DigiCoaches zu fördern und die digitale Bildung für Menschen mit Behinderungen zu verbessern.

Die Projektdauer erstreckt sich vom 1. Juni 2022 bis zum 30. November 2024. SAID wird von der Europäischen Union finanziert.

Ziel des Projekts

Das SAID-Projekt verfolgt zwei Hauptziele: Erstens sollen die Erfahrungen der DigiCoaches, die bereits in einem Modellprojekt in Graz tätig sind, genutzt werden: die Bedingungen für ihren Einsatz in Österreich, Finnland und Irland werden untersucht.

Zweitens soll das Projektteam einen Lehrplan, Trainingsmaterialien und Handbücher für Schulen entwickeln, um eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den DigiCoaches zu ermöglichen. Menschen mit Behinderungen sowie Schulleitende, Lehrende sowie Schülerinnen und Schüler sind aktiv an der Entwicklung des Lehrplans beteiligt.

Projektphasen

Das Projekt gliedert sich in mehrere Phasen: Analyse, Entwicklung, Test, Implementierung, Evaluation und Adaption sowie die Veröffentlichung der Ergebnisse.

Während der Analysephase wurden Erfahrungen aus der Tätigkeit der DigiCoaches des Pilotprojekts in Graz gesammelt. Der Analysebericht wurde im April 2023 veröffentlicht.

Im nächsten Schritt erfolgt die Entwicklung, in der ein Lehrplan für das Berufsfeld "Schulassistentin beziehungsweise Schulassistent für digitale Bildung und allgemeine didaktische Prinzipien" entstehen soll. Dieser wird für vier unterschiedliche Module erstellt:

  • Trainingsmodul 1: Digitale Grundkenntnisse
  • Trainingsmodul 2: Medienkompetenz
  • Trainingsmodul 3: SAID Toolbox
  • Trainingsmodul 4: Soziale und kommunikative Fähigkeiten

Anschließend folgt die Testphase der vier Module sowie ihre Implementierung, Evaluation und Anpassung. Ziel ist es, ein Handbuch für Schulen mit Leitlinien zur Umsetzung zu erstellen. Schließlich werden die Ergebnisse veröffentlicht.

Was macht SAID zu einer Good Practice?

Das SAID-Projekt zeichnet sich als gute Praxis aus, da es gezielt die digitalen Kompetenzen von Menschen mit Behinderungen und Lernschwierigkeiten fördert. Durch die Ausbildung von DigiCoaches trägt das Projekt maßgeblich zur digitalen Inklusion bei. Die enge Zusammenarbeit mit den betroffenen Personen sowie die länderübergreifende Kooperation ermöglichen den Austausch bewährter Praktiken und die Verbreitung innovativer Ansätze. Diese Leistungen wurden auch durch die Auszeichnung mit dem Inklusionspreis der Lebenshilfe im November 2023 gewürdigt.

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